Landwirtschaftsfahrzeuge auf meinen kleinen Bauernhof Einsatzfahrzeuge mit CMC System Busse mit CMC System LKW mit CMC System

Hier möchte ich euch ein paar Anregungen und Tipps geben, wie man eine Straße bauen könnte. Dies soll keine konkrete Bauanleitung sein. Nach diesem Schema baue ich meine Straßen für die Modellbahn, um die Fahrzeuge in Bewegung zu bringen.


Als erstes sollte man sich über die Art der Straßen Gedanken machen. Das heißt, welche Fahrzeuge sollen später einmal zum Einsatz kommen. Meistens besitzt man noch gar nicht so viele Auto's. Man sollte aber schon wissen, daß "jedes" Auto anders reagiert. Ein PKW oder kleiner Transporter haben einen viel kleineren Kurvenradius als ein LKW. Aber auch die LKW's untereinander sind sehr unterschiedlich. Es kommt also auch darauf an, ob nur eine Solomaschine zum Einsatz kommt, oder ein Hängerzug bzw. ein Sattelzug. Bei einem Bus darf man den Überhang vor der Vorderachse nicht außer Acht lassen. Ihr seht, es tuen sich schon sehr viele Fragen auf, da haben wir noch gar nicht begonnen. Des weiteren sollte von vorn herein klar sein, ob man seine Anlage mit mehreren Fahrspuren ausstatten möchte. Dies ist wichtig, um später die richtige Spurbreite zu ermitteln, nicht das die Fahrzeuge in den Kurven zusammen stoßen. Auch die Steuerung sollte schon im Vorfeld mit eingeplant werden. Fragen über Fragen, die ich hier versuche, zu beantworten.

Fahrspurverlauf der Testanlage

Ich habe extra für dieses Projekt eine kleine Teststrecke aufgebaut. Hier fahren LKW's und kleine Transporter im Begegnungsverkehr. Ich habe auf dieser Anlage keine elektrische Abzweigung verbaut, trotzdem ist der Straßenverlauf so gewählt, daß hier zwei Kreuzungen befahren werden. Kommen wir nun zum Bau.

Als erstes machen wir uns eine Skizze auf einem Blatt Papier, um zu sehen, wie das Ganze dann einmal später aussehen soll. Danach übertragen wir alles auf die Grundplatte.

Anzeichnen der Fahrbahn und der Außenradien

Ich zeichne als erstes immer die Mittellinie einer Fahrspur und zwar immer nur die mit dem Außenradius. Den Innenradius könnte man berechnen, aber durch die unterschiedlichen Fahreigenschaften eines Fahrzeuges, ist das ausprobieren die bessere Variante, zumindest erstmal an einer Stelle. Man kann dann diese Erfahrung an anderer Stelle identisch umsetzen. Als Fahrspurbreite sollten mindestens 40 mm eingeplant werden. Dies ist so ungefähr die Breite eines LKW mit Außenspiegel. In den Kurven kommen wir dann ungefähr auf eine minimale Breite von ca. 55 mm. Dies sind aber alles nur Richtwerte und keine genauen Angaben. Das ständige ausprobieren ist eine Pflichtaufgabe beim Straßenbau. In fast jeder Bauphase ist so eine Korrektur noch möglich. Später wird das schon schwieriger. Wenn wir nun die Fahrpurmitte aufgezeichnet haben, können wir fast mit dem nächsten Arbeitsschritt beginnen. Wieso fast?? Ich habe vorhin vergessen zu erwähnen, daß es auch da verschiedene Verfahren gibt. Man kann einmal einen Fahrdraht verwenden, oder wie ich ein Magnetband. Beide Systeme haben Vor- und Nachteile. Das sollte daher jeder für sich selbst entscheiden.

Dremel mit Oberfräsaufsatz

Beim Magnetband benötigen wir eine Nut von ca. 3 mm Breite und gut 1 mm Tiefe. Das Magnetband gibt es als Meterware zu kaufen. (z.B. Conrad Artikelnummer: 404238) Zum ausarbeiten der Nut benutze ich einen Dremel mit dem Oberfräsaufsatz. Ich habe mir an den Aufsatz einen Anschlag gebastelt, der verstellbar ist.

Ein Magnetband unter der Oberfräse ist zum bstimmen der Tiefe bestens geeignet

Zum Bestimmen der Frästiefe lege ich ein Magnetband unter den Aufsatz und stelle den Dremel in der Höhe ein. Dann kann es losgehen. Man sollte darauf achten, gleichmäßig die Maschine zu führen und nicht zu schnell. Fräsrillen mit der Maserung des Holzes gelingen wesentlich besser. Die Kanten müssen dann noch mit etwas Schleifpapier nachbehandelt werden. Wichtig ist, daß das Magnetband beim einlegen vollständig in der Nut verschwindet. Es sollte maximal bündig abschließen, denn wir dürfen nicht vergessen, daß noch etwas Kleber verwendet wird. und der brauch auch Platz. Zum einkleben benutze ich zwei Komponentenkleber. Überschüssiges Material wird gleich wieder weiter verwendet. Ich benutze dazu einen kleinen Plastikspachtel. Je kleiner bzw. flacher der überschüssige ausgetretene Kleber am Magnetband rechts und links ist, um so weniger aufwendig sind die nächsten Arbeitsschritte.

Man erkennt sehr gut, wie der Lenkmagnet nach oben abgestoßen wird

Ganz wichtig ist auch, darauf zu achten, wenn zwei Magnetbänder aneinander gelegt werden, darf kein Abstand zwischen diesen entstehen. An den Enden des Magnetbandes dreht sich die Polung um. Das heißt der Lenkmagnet des Fahrzeuges wird abgestoßen und verliert somit die korrekte Führung. Achtet bitte auch darauf das Magnetband mit der richtigen Seite nach oben oder unten einzukleben. Probiert es aus, indem ihr ein Fahrzeug auf die "Straße" stellt. Nun lasst alles gut trocknen. Gegebenenfalls müssen einige Stellen fixiert werden.

Ein Magnetband unter der Oberfräse ist zum bstimmen der Tiefe bestens geeignet

Nach dem austrocknen schneide ich nun entlang des Bandes mit einer Klinge vom Gattermesser die überstehenden Reste ab. Im Anschluß wird alles erst einmal grob vorgeschliffen. Nicht die schönste Arbeit, aber sehr wichtig. Man sollte schon jetzt in den Anfängen der Bauphase auf Genauigkeit achten. Wenn erstmal alles relativ glatt und bündig geschliffen ist, spachteln wir nun entstandene Lücken, Rillen, Vertiefungen und ähnliches wieder zu. Auch hier bitte darauf schauen, die Spachtelmasse nicht zu dick auftragen. Lieber diesen Vorgang öfter wiederholen. Nach dem austrocknen wird nun alles richtig glatt geschliffen. Hier sollten jetzt ALLE Unebenheiten verschwunden sein. Vergesst nie immer einmal zwischen den Arbeitsschritten auch eine Probefahrt zu machen, um eventuelle Fehler noch frühzeitig zu erkennen. Sollte nun alles funktionieren und zu eurer Zufriedenheit sein, könnt ihr mit der Farbgebung beginnen. Diese lässt sich am besten mit einer Rolle oder einem Schwamm auftragen. Der Farbanstrich kann auch mehrmals wiederholt werden. Nach dem ersten Anstrich schleife ich immer nochmal kurz mit feinen Sandpapier drüber. Bitte auch darauf achten, die Fahrspuren breit genug mit Farbe zu versehen, nicht das die Fahrbahnbreite am Ende zu schmal ist. Wenn alles getrocknet ist und auch die letzte Probefahrt ein Erfolg war, dann könnt ihr mit den Feinheiten in der Straßengestaltung beginnen. Ich hoffe, ich konnte Euch ein wenig helfen und etwas Einblick in den Straßenbau bringen. Viel Spaß und viel Erfolg.

Zum Schluß noch einige Bilder, die das Thema Straßenbau etwas untermahlen. Ich wollte nicht alle in den Text einbauen, um die Übersicht nicht zu stören. Jedoch finde ich persönlich einige dieser Bilder sehr hilfreich zu diesem Thema.

Anschlag für die Oberfräße
Anschlag für die Oberfräße als Einzelteil. Dieser wird an die Fräße angesteckt. Somit erhält man eine gerade Führung bzw. Linie beim arbeiten. Hier sieht man ganz deutlich die "ausgefranzten" Kanten, da hier gegen die Maserung gearbeitet wurde. Da hilft nur langsames arbeiten, um wenig nacharbeiten zu müssen. Beim arbeiten in Maserungsrichtung ist die Nut um einiges "schöner". Durch schräges ansetzen einer Klinge aus dem Gattermesser, lassen sich grobe Kanten schon etwas glätten und bearbeiten.
Andere Kanten müssen mit etwas Schleifpapier einzeln nachgebessert werden. Sauberes Vorarbeiten ist ein wichtiger Schritt zum Erfolg. Nach den ersten Schleifarbeiten erfolgt nun das einlegen, vermessen und verkleben des Magnetbandes. Auch hier sollte man größere Sorgfalt walten lassen. Hier wird nun das Magnetband eingelegt. Dieser Abstand muss unbedingt korrigiert werden. Er darf nicht sein! Hier würden die Fahrzeuge die Spur verlieren. Auch dieser Abstand ist nicht zu verzeihen. Unbedingt darauf achten.
So sieht die ganze Sache schon ordentlich aus. Es ist kein Zwischenraum mehr erkennbar. Den überstehenden Kleber entfernen wir nun grob mit einem Gattermesser. Danach wird alles grob geschliffen. Je nach Richtung der Holzmaserung gelingt das Ganze... ...mal besser oder schlechter. Noch ist dies nicht ganz so schlimm, da die Fahrbahn noch mehrfach geschliffen wird.
Je nach Schleifvorgang wählen wir unsere Körnung. Die entsprechenden Werte findet ihr auf der Rückseite des jeweiligen Schleifpapier. Hier seht ihr nochmal, wie sich der Lenkschleifer des Autos bei unsachgemäßer Verlegung des Magnetbandes verhält. Ein etwas anderer Winkel der Aufnahme. Aber nicht weniger fatal. So sollte es aussehen,dann dürfte einem reibungslosen Betrieb nichts mehr im Wege stehen.
Hier mal eine Nahaufnahme einer schon verspachtelten, aber noch nicht geschliffenen Fläche. Ich würde solche Stellen nicht in den Fahrbetriebsstrecken belassen. Hier auch ein auftretendes Phänomen. Nach dem einkleben des Magnetbandes hebt sich das zusammen geschobene Ende, da sich das Magnetfeld abstößt. Solche Enden müssen zum trocknen besonders fixiert werden. Hier klebt alles an seinem Ort. Nun wird alles verspachtelt... ...und wieder geschliffen. Hier sollte man nun aber die Körnung etwas/ziemlich fein wählen. Dies sollte dann der letzte Schleifvorgang sein und die Oberfläche glatt wie ein "Babypopo" :-)
Nun erfolgt der Farbauftrag. Ich benutze dafür die Farbe von einem Hersteller, der sich damit auskennt. Die Straßenfarbe kann man in unterschiedlichen Farbtönen auftragen. Am besten gelingt dies mit einer Rolle oder Schwamm. Alles gut getrocknet, kann nun die "Malerbrigade" an die Arbeit. Ich verwende am liebsten die Rubbelstreifen für die Straße. Da der Streifen auf einer Rolle als Meterware verkauft wird, muss man sich die Streifen nach Maß zurechtschneiden. Kleiner Tipp, bezieht doch mal eure Frau mit ein. Im Anschluß werden die einzelnen kleinen Streifen auf die Fahrplan gelegt, ausgerichtet und aufgerieben.
Die obere Trägerschicht wird abgezogen. So sieht das fertige Resultat aus. Man kann auch mehrere Streifen mit einmal verarbeiten. ohne Worte...
   
Auch Kurven und Kreuzungen lassen sich somit detailgetreu nachbilden.

Der Fantasie sind nun keine Grenzen gesetzt.

Viel Spaß...

   

 

Bitte beachten, dies ist nur ein Vorschlag zum bauen und gestalten der Fahrbahn. Hier fehlen natürlich noch einige Angabe, wie zum Beispiel Steigungen, Weichen und andere Dinge. Je nach Baufortschritt und/oder Anwendung auf meiner Anlage, werde ich meinen Beitrag erweitern.